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Konzeption zum Förder- und Beratungszentrum Kurt-Löwenstein – Bleckede

 

Tätigkeitsschwerpunkte

 

Überblick über den Standort der Kurt-Löwenstein-Schule

1. Zusammenarbeit mit den Regelschulen des Einzugsbereichs ind en inklusiven Jahrgängen der Primarstufe und Sekundarstufe

 

1.1 Unterricht

 

1.1.1 Kennzeichen inklusiven Unterrichts

 

1.1.2 Ziele und Prinzipien inklusiven Unterrichts

 

1.1.3  Angebote zur Durchführung von inklusivem Unterricht

1.1.4  Gemeinsame Vor- und Nachbereitung von Unterricht

1.1.5  Leistungsbewertung

    

1.2 Teambildung

1.2.1 Rollen- und Aufgabenverteilung von Regelschullehrkraft und Förderschullehrkraft

1.2.2  Leitlinien zu Kommunikationsstrukturen

1.2.3 Austausch im Förderschullehrkräfte – Team

 

1.3 Gremienarbeit in der Regelschule

1.3.1 Arbeit in Gremien und Konferenzen

1.3.2 Fachkonferenzen

 

2. AngeboteindenRäumendesFörderzentrums

 

2.1 Kollegiale Fallberatung

 

2.2 Kollegiale Beratung

2.2.1 Grundsätze der Beratung

2.2.2 Inklusions Dienstbesprechungen

2.2.3 Supervision

 

2.3 Materialbörse

2.3.1 Fachliteratur 2.3.2 Diagnostisches Material

 

2.4 Fortbildungsangebote

 

2.5 Beratungsangebote für Eltern und Lehrkräfte

 

2.5.1 Die offene Sprechstunde

2.5.2 LüBUS

 

2.6 Förderbereich Geistige Entwicklung

 

2.7 Das FiSch Projekt im Förderzentrum

 

2.8 Temporäre Lerngruppen für Schüler mit einem problematischen Sozialverhalten

2.8.1 Grundprinzipien einer temporären Beschulung

2.8.2 Umsetzung

2.8.3 Rahmenbedingungen

 

3. Schlusswort Anlage

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung männlicher und weiblicher Sprachformen verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichwohl für beiderlei Geschlecht.

 

Die Kurt-Löwenstein-Schule in Bleckede/Elbe

Zuständiger Träger der Kurt-Löwenstein-Schule (KLS) ist der Landkreis Lüneburg. Die1965 gegründete Kreissonderschule wurde 1995 in Kurt-Löwenstein-Schule (KLS) umbenannt.

Von den 9 Grundschulen setzen die Grundschule Scharnebeck das Regionale Konzept (früher RIK) seit dem Schuljahr 2006/2007 und die Grundschule Neetze seit dem Schuljahr 2010/2011 um. Im Schuljahr 2012/2013 führten die Grundschulen Bleckede, Barskamp und Dahlenburg die vorgezogene Inklusion ein. Seit dem Schuljahr 2013/2014 werden die restlichen Grundschulen ab der 1. Klasse im Rahmen der Inklusion mit Förderschullehrerstunden versorgt.

 

Zwischen der KLS und dem Sozialraumteam (Albert-Schweitzer-Familienwerk) besteht seit vielen Jahren ein Kooperationsvertrag. Eine Mitarbeiterin hat wöchentliche Sprechzeiten sowohl für Schüler und Schüler, als auch für deren Eltern und dem Kollegium.

Sinnvoll erscheint die Fortsetzung bzw. der Ausbau im Bereich Geistige Entwicklung. Hier bestehen räumlich Kapazitäten, u.U. müssen noch bauliche Veränderungen vorgenommen werden (siehe Punkt 2.6).

 

1. Zusammenarbeit mit den Regelschulen des Einzugsbereichs in den inklusiven Jahrgängen der Primarstufe und Sekundarstufe

1.1 Unterricht „Was guter Unterricht ist, hängt vom Zielkriterium ab“

 

1.1.1 Kennzeichen inklusiven Unterrichts

 

Alle Schüler werden gemeinsam unterrichtet.

• Die Heterogenität der Schüler wird anerkannt, geachtet und als didaktische Ressource genutzt.

• Inklusiver Unterricht ist nicht das Gegenteil von ausschließendem Unterricht,

sondern hat eine eigene Qualität.

• Inklusiver Unterricht ist auch nicht das Gegenteil von integrativem Unterricht,

sondern stellt lediglich eine begriffliche Änderung dar, die deutlich macht: Alle Schüler lernen hier gemeinsam – kein Kind wird ausgeschlossen, es muss dann auch keines integriert werden.

 

1.1.2 Ziele und Prinzipien inklusiven Unterrichts

 

Die übergeordneten Ziele des inklusiven Unterrichts sind das Erreichen eines respektvollen und toleranten Umgangs miteinander. Die Schüler sollen lernen, sich in ihrer individuellen Verschiedenheit gegenseitig zu respektieren. Weitere Ziele lauten:

 

Die Erziehung soll alle Schülerinnen und Schülern ermöglichen, Teil der inklusiven Gesellschaft zu werden.

Unterricht soll nicht nur als Wissensvermittlung, sondern als Erfahrungsraum für soziale Kontakte, Kommunikation, Konfliktbewältigung und Ich-Findung gesehen werden.

Ganzheitliches Lernen als Unterrichtsprinzip. Dies ermöglicht Lernen über verschiedene Kanäle und geht damit auf die vorhandenen und zu fördernden Fähigkeiten und Fertigkeiten der Schüler und Schüler ein.

Individualisiertes Lernen als Unterrichtsprinzip. Schülerinnen und Schüler folgen ihrem eigenen Lerntempo und die Lerninhalte sind auf ihren individuellen Lernstand abgestimmt.

Das Prinzip des inklusiven Unterrichts soll Bestandteil des Gesamtkonzepts der allgemeinen Schule sein.

Im inklusiven Unterricht ist die Elternarbeit ein wichtiger Bestandteil. Neben dem meist intensiven und engmaschigen Kontakt zu den Eltern von Schülern mit einem Anspruch auf sonderpädagogische Förderung, sollte der gesamten Elternschaft der gesellschaftliche Aspekt des Inklusionsgedanken über die Arbeit in der Klasse hinaus vermittelt werden.

 

1.1.3 Angebote zur Durchführung von inklusiven Unterricht

Veränderte Methodenkenntnis des individualisierten Unterrichts (Differenzierungen, individualisiertes Arbeitsmaterial, offene Unterrichts- gestaltung) Fachkenntnis zu Fragen des jeweiligen sonderpädagogischen Unterstützungsbedarfs (Förderschwerpunkte Sprache, Lernen, Emotionale und Soziale Entwicklung, Geistige Entwicklung, körperliche und motorische Entwicklung)

Förderdiagnostik und Förderplanung (siehe auch Punkt 1.2.1) satorischer Ausführung (Co-Teaching):

o Ziel des Co-Teachings ist gemäß des Niedersächsischen Kultus- ministeriums „die bestmögliche Förderung aller Schülerinnen und Schüler und die Unterstützung der inklusiven Bildung und Erziehung".

o Das Co-Teaching kann unterschiedlich (je nach Schulform, Schule und Unterrichtssituation) organisiert sein:

 

 

1.„Lehrer und Beobachter“ („one teach, one observe“): Während einer beobachtet, übernimmt der andere die primäre Unterrichtsverantwortung.

2. „Lehrerin und Helferin“ („one teach, one drift“): Einer übernimmt die primäre Unterrichtsverantwortung, während der andere einzelne Schüler unterstützt.

3. „Stationsunterricht“ („station teaching“): Jeder Lehrer ist nach vorheriger Aufteilung für eine Lernstation zuständig, die von allen Schülern in Gruppen nacheinander durchlaufen werden.

4. „Parallelunterricht“ („parallel teaching“): Jeder Lehrer unterrichtet eine Klassenhälfte mit demselben Inhalt.

5. „Alternativer Unterricht“ („alternative teaching“): Ein Lehrer arbeitet mit den Schülern auf einem höheren, der andere mit einer anderen Gruppe auf einem niedrigeren Niveau.

6. „Gemeinsamer Unterricht“ („team-teaching“): Lehrkraft der allgemeinen Schule und Förderschullehrkraft führen gemeinsam den Unterricht mit allen Schüler und Schülern durch. Dabei haben sie gemeinsam oder abwechselnd die Leitung.

 

1.1.4 Gemeinsame Vor- und Nachbereitung

Die Lehrer planen, unterrichten und reflektieren im Team, dabei orientieren sie sich an folgenden Leitlinien:

1. DerUnterrichtwirdaufdieVielfaltderSchülerhingeplant.

2. DerUnterrichtstärktdieTeilhabeallerSchüler.

3. DerUnterrichtentwickelteinpositivesVerständnisvonUnterschieden.

4. DieSchülersindSubjekteihreseigenenLernens. 5. DieSchülerlernenmiteinander.

6. BewertungerfolgtfüralleSchülerinleistungsförderlicherForm. Quelle: Boban&Hinz 2003, S. 52

 

Unterricht kann nur gemeinsam durchgeführt werden, wenn er auch gemeinsam geplant und reflektiert wird. Der Unterricht kann gemeinsam in der wöchentlichen Teamsitzung und in der außerunterrichtlichen Arbeitszeit geplant werden. Auch eine Arbeitsteilung ist möglich, indem die Lehrkräfte die jeweiligen Differenzierungsstufen untereinander aufteilen. Dies erleichtert ebenfalls das Entwickeln von differenzierten Leistungskontrollen und - bewertungen.

 

1.1.5 Leistungsbewertung

Die Leistungsbewertung erfolgt, wie der Unterricht auch, individuell. Insbesondere bei der Erarbeitung von Lernstandskontrollen und Bewertung der Schüler mit sonder- pädagogischen Unterstützungsbedarf, der Schüler mit einem Nachteilsausgleich oder bei präventiver Förderung sind die Förderschullehrkräfte eingebunden (siehe Punkt 1.2.1).

 

1.2 Teambildung

1.2.1 Rollen- und Aufgabenverteilung von Regelschullehrkraft und Förderschullehrkraft

Regelschullehrkräfte

Förderschullehrkräfte

 

Gemeinsame Verantwortung

Für alle Schüler in der Klasse, einschließlich derer mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf

Für alle Schüler mit Schwierigkeiten

 

Unterricht (siehe Punkt 1.1 und 1.2.3)

Planung, Durchführung und Reflexion unter individuellen Förderaspekten

 

Diagnostik und Förderplanung

Lernanfängerbeobachtung

Beobachtung im Unterricht, im Freispiel, in den Pausen

Erstellung von Förderplänen

Dokumentation der individuellen Lernentwicklung

Lernanfängerbeobachtung

Diagnostische Eingangsphase

 

Förderung

Innere und äußere Differenzierung

Unterrichtsimmanente Förderung

Auswahl von Fördermaterial

Individuelle spezifizierte Förderung

 

Beratung

Kontakt zu Lehrkräften, Eltern und außerschulischen Institutionen

Organisation von Elternabenden oder Besprechungen

Unterstützung bei Kontakt zu inner- und außerschulischen Partnern/Institutionen

Beratung innerhalb des Kollegiums Beratung für Schüler mit Handicaps und deren Eltern

 

Organisation/Dokumentation

Vorsitz bei Zeugniskonferenzen

Teilnahme an Dienstbesprechungen und Gesamtkonferenzen

Zeugniserstellung

Verpflichtende Teilnahme bei Schüler mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf (auch bei Klassenkonferenzen)

Teilnahme an Dienstbesprechungen und Gesamtkonferenzen der Stammschule – Abweichungen in Absprache mit der Schulleitung der Stammschule (siehe Punkt 1.3)

Hilfe und Unterstützung bei der Ausfertigung der Zeugnisse für Schüler mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf

 

1.2.2 Leitlinien zu Kommunikationsstrukturen

Folgende Leitlinien zeigten sich in der Vergangenheit als kommunikations- und damit kooperationsfördernd:

Es finden regelmäßige Klassenteambesprechungen statt, so dass gewährleistet ist, dass alle Lehrkräfte bezüglich der Schüler, eingeführter Regeln etc. auf dem gleichen Stand sind. Alle haben hier ein gleiches Mitspracherecht. Die Förderschullehrkräfte nehmen an der Teamsitzung verbindlich teil.

„Tür und Angel Gespräche“ sollen durch die regelmäßige Teamsitzungen minimiert werden.

Es herrschen gleiche Regeln von allen Lehrkräften für alle Schüler.

Jede Lehrkraft fühlt sich für jeden Schüler verantwortlich. Diese Herangehensweise unterstützt nicht nur das Teamverständnis unter den Kollegen, sondern führt auch bei den Schülern dazu, dass sich alle gleichberechtigt und gleichwertig behandelt fühlen.

 

1.2.3 Austausch im Förderschullehrkraft-Team

Laut Schulprogramm des Förderzentrums arbeiten immer mindestens zwei Förderschullehrkräfte an einer Regelschule. Um den Austausch dieser zu sichern und um die professionelle Zusammenarbeit zu unterstützen, sind Teambesprechungen unabdingbar (siehe auch Punkt 2.2).

 

1.3 Gremienarbeit

1.3.1 Arbeit in Gremien und Konferenzen

In Anlehnung an Punkt 1.2.3 sollten sich die Förderschullehrkräfte die Gremienarbeit, sowie die Teilnahme an Dienstbesprechungen und Gesamtkonferenzen aufteilen. Die Teilnahme an diesen Gremien ist insofern von Bedeutung, als dass sie die Teilnahme der Förderschullehrkräfte am Schulleben der Regelschule fördert.

 

1.3.2 Fachkonferenzen

Die Teilnahme an Fachkonferenzen ist insbesondere für die Verteilung des Etas von Bedeutung. Fördermaterialien werden zukünftig aus dem Etat des jeweiligen Faches finanziert, was das Einbringen von Materialvorschlägen durch die Förderschullehrkraft unabdingbar macht.

 

2. Angebote in den Räumen des Förderzentrums

2.1 Kollegiale Fallberatung

In Kooperation mit der Jörg-Immendorff-Schule, dem Albert-Schweitzer Familienwerk und der Kurt-Löwenstein-Schule, findet ein Mal pro Monat (seit 2 Jahren) eine kollegiale Fallberatung statt. Die Gruppe ist offen für alle Mitarbeiter der Schule und die des ASFs, die ebenfalls in den betreffenden Schulen arbeiten. Die Gruppe trifft sich in den Räumen des Albert-Schweizer-Familienwerks.

Die Kollegiale Fallberatung ist Teil des Schulprogramms der jeweiligen Schulen.

 

2.2 Kollegiale Beratung/Beratungskonzept der Schule

2.2.1 Grundsätze der Beratung

Für den Beratungsprozess sind folgende Prinzipien wichtig („Säulen der Beratung“):

Freiwilligkeit: Beratung ist ein Angebot; sie erfolgt freiwillig.

Vertraulichkeit: Schüler und Schüler, Eltern und Lehrkräfte müssen sich der

Verschwiegenheit der Beratungsperson sicher sein.

Unabhängigkeit: Die Beratung ist funktionell unabhängig und erfolgt ohne Weisung. Die Umsetzung ist Sache des Ratsuchenden.

Verantwortlichkeit: Die Beraterin/der Berater greift nicht in die Verant- wortungsbereiche anderer Schulmitglieder ein und überträgt dem Ratsuchenden die Eigenverantwortung für die Umsetzung von Empfehlungen und gemeinsam erarbeiteten Handlungsschritten.

 

2.2.2 Inklusions-Dienstbesprechung

Innerhalb der Kurt-Löwenstein-Schule findet einmal pro Monat eine Dienstbesprechung zum Thema Inklusion statt. Die Dienstbesprechung wird von Kollegen geleitet und soll einen Rahmen bieten, um den kollegialen, schulüber- greifenden Austausch zu unterstützen und zu fördern. Diese Form der Dienstbesprechung ist Teil der Kollegiumskultur der Förderschulkollegen des Förder- zentrums.

 

2.2.3 Supervision

Zukünftig soll es regelmäßige Supervisionsangebote im Förderzentrum geben. Ein entsprechendes Konzept mit einem Finanzierungsmodell wird von einer Arbeitsgruppe ausgearbeitet.

 

2.3 Materialbörse

2.3.1 Fachliteratur

Im Förderzentrum ist eine Bibliothek angesiedelt, die Fachliteratur und einzelne fachdidaktisches Material bereitstellt. Für die Förderschullehrkräfte und interessierte Regelschullehrkräfte kann diese benutzt werden. Sie wird durch eine Kollegin des Förderzentrums verwaltet.


2.3.2 Diagnostisches Material

Das diagnostische Material des Förderzentrums dient der Lerneingangsdiagnostik und der Diagnostik der Lernstände. Die Diagnostikbörse ist im Schwerpunkt für die Förderschullehrkräfte des Förderzentrums bestimmt und ergänzt das Fördermaterial der jeweiligen Schulen.

 

2.4 Fortbildungsangebote

Das Förderzentrum begreift sich als lernende Organisation. Veränderungen und Weiterbildungen werden als selbstverständlich angesehen und im Rahmen der inklusiven Entwicklungen in Schulen als notwendig erachtet. Dabei liegt der Schwerpunkt auf der Nachhaltigkeit der Fortbildungen. Erworbenes Wissen soll aktiv und unmittelbar in die unterrichtlichen und alltäglichen Arbeitsabläufe einfließen.

Im Förderzentrum gibt es Räumlichkeiten, die die Durchführung von Fortbildungen ermöglichen. Diese Fortbildungen können von Förderschullehrkräften durchgeführt werden, es können aber auch Fortbildungen stattfinden, an denen Regelschul- lehrkräfte und Förderschullehrkräfte gemeinsam teilnehmen.

 

2.5 Beratungsangebote für Eltern und Lehrkräfte

2.5.1 Die offene Sprechstunde

Wünschenswert wäre eine offene Sprechstunde, die im Rahmen des Beratungskonzept angeboten wird (siehe Punkt 2.2). Die regelmäßig stattfindende Sprechstunde soll für Eltern, Lehrkräfte, außerschulische Partner geöffnet sein.

 

2.5.2 LÜBUS

LÜBUS = Lüneburger Beratungs- und Unterstützungssystem – emotionale und soziale Entwicklung. Das LÜBUS Konzept liegt in der Kurt-Löwenstein-Schule aus. LÜBUS kann ebenfalls Räume des Förderzentrums nutzen

 

2.6 Förderbereich Geistige Entwicklung

Zurzeit besuchen 15 Schüler mit dem Förderbedarf Geistige Entwicklung die Kurt- Löwenstein- Schule (Stand Ende 2015). 9 Schüler bilden die sogenannte „Förderklasse 2“ (Alter: 13-18 Jahre). 6 Schüler bilden die sogenannte „Förderklasse 1“. Die Förderklasse 1 wird von Förderschullehrer Herr Diekjobst und der Erzieherin Frau Dieckmann-Kirks unterrichtet. Die Förderklasse 2 wird von Förderschullehrer Herrn Gust und Erzieherin Frau Hübner unterrichtet. Am Ende des Schuljahres 2015/2016 werden voraussichtlich 3 Werkstufenschüler von der Schule abgehen. Es ist zurzeit noch nicht vorhersehbar wie viele neue Schüler im kommenden Schuljahr aufgenommen werden.

Schüler mit intensivem Assistenzbedarf (Schwerstmehrfachbehinderung) können zurzeit aus baulichen und personell-materiellen Gründen nur bedingt an der Kurt- Löwenstein-Schule unterrichtet werden und besuchen die Schule am Knieberg in Lüneburg. Auf Elternwunsch ist jedoch ein Schüler mit intensivem Assistenzbedarf Mitte des ersten Schulhalbjahres 2013/2014 an die Kurt Löwenstein Schule gewechselt und wird kontinuierlich von einer Krankenschwester begleitet.

Die Kurt-Löwenstein-Schule möchte sich im Bereich der Geistigen Entwicklung verändern. Hierzu sind kurz-, mittel- und langfristige Ziele benannt worden. Der Begriff der sogenannten „Förderklasse“ soll in naher Zukunft abgeschafft und durch eine wertfreie Bezeichnung für die Lerngruppen ersetzt werden.

Herr Gust und Herr Diekjobst erstellen zurzeit, in Absprache mit der Schulleitung und den Kollegen, ein Konzept zur Erweiterung des Förderbereichs Geistige Entwicklung an der Kurt Löwenstein Schule. Diesbezüglich wurden bereits Gespräche mit der Schule am Knieberg in Lüneburg geführt. Inhalt der Gespräche waren bestehende Konzepte, Möglichkeiten der Unterstützung bei der gewünschten Umsetzung am Standort Bleckede, sowie die Bereitschaft der Schule am Knieberg, Schüler, wenn von den Eltern gewünscht, künftig in Bleckede zu beschulen. Die Gespräche verliefen positiv im Sinne der gewünschten Veränderungen.

Oberstes Ziel der Erweiterung ist es, allen Schülern mit dem Förderbedarf Geistige Entwicklung (auch den Schülern mit intensivem Assistenzbedarf) eine wohnortnahe Beschulung am Standort Bleckede zu ermöglichen. Die Schüler müssten dann nicht mehr mit dem Bus oder Taxi nach Lüneburg fahren. Eine Fahrt mit dem Busunternehmen aus dem Osten der Ostheide zur Schule in Lüneburg (Schule am Knieberg) kann bis zu 1,25 Stunden dauern und ist mit erheblichen Kosten verbunden. Die Förderschule mit dem Schwerpunkt Geistige Entwicklung in Bleckede ist beliebt. Die Eltern schätzen die wohnortnahe Beschulung und die räumliche und personelle Nähe zur Schule mit dem Schwerpunkt Lernen.

Langfristiges Ziel ist, im Sinne der Inklusion, die Schüler mit dem Förderbedarf Geistige Entwicklung im Schulzentrum Bleckede (Grund-, Haupt- und Realschule, Gymnasium) zu beschulen. Ab Klasse 10 ist eine Beschulung an der Berufsschule in Lüneburg vorstellbar (Teilhabe und Inklusion im Übergang Schule und Beruf).

Im Folgenden sollen kurz-, mittel- und langfristige Ziele näher benannt sowie die dafür erforderlichen Veränderungen aufgezählt werden Folgende Änderungen sind geplant:

- Der Förderbereich Geistige Entwicklung an der Kurt Löwenstein Schule wird ab dem Schuljahr 2016/2017 Ganztagsschule (Unterricht bis ca. 15 Uhr). Damit wird dem bestehenden Schulgesetz Rechnung getragen.

- Das Mittagessen wird in der Mensa der Haupt- und Realschule im Schulzentrum eingenommen (Vorgespräche sind bereits positiv verlaufen).

- Der Förderbereich mit Schwerpunkt Geistige Entwicklung zieht im Gebäude vom ersten Stock ins Erdgeschoß. Bauliche Veränderungen ermöglichen eine Barrierefreiheit für Schüler mit einem Rollstuhl.

- Die Anzahl der Schüler mit dem Förderbedarf im Bereich Geistige Entwicklung an der Kurt Löwenstein Schule vergrößert sich.

Folgende Änderungen wären notwendig: - Die Essensversorgung für alle Schüler mit dem Förderbedarf Geistige

Entwicklung müsste in der Mensa des Schulzentrums gesichert sein. - Der Förderbereich Geistige Entwicklung benötigt in diesem Fall, je nach

Schüler- und Klassenanzahl, weitere Förderschullehrer. - Für eine angemessene therapeutische Versorgung müssten räumliche und

personelle Voraussetzungen geschaffen werden (Stunden für

physiotherapeutische Behandlungen sowie die dafür notwendigen Materialien). - Für den Fall, dass sich die Kooperation mit dem Schulzentrum Bleckede verzögert, müsste das Schulgebäude der Kurt-Löwenstein-Schule baulich verändert werden, so dass Schüler mit einem Rollstuhl ein barrierefreier Zugang ermöglicht wird. Hierzu wären zunächst Rollstuhlrampen und Schalter

zur eigenständigen Bedienung (Öffnen und Schließen) der Türen erforderlich. - Koordinationsgespräche zum Thema Kooperation und Inklusion mit den

Schulen sind in Planung. - An den Schulen müssen Räume zur Verfügung gestellt werden. - In den einzelnen Schulen muss für eine personelle, räumliche und sächliche

Ausstattung gesorgt werden.

Langfristige Planung

Inklusion: Alle Schüler mit Unterstützungsbedarf im Bereich Geistige Entwicklung aus dem Einzugsbereich besuchen die Grundschule bzw. das Schulzentrum in Bleckede.

 

2.7 Das FiSch Projekt im Förderzentrum

Seit 2009 wird das FiSch-Projekt erfolgreich in der Samtgemeinde Scharnebeck umgesetzt. FiSch = Familie in Schule

Das Angebot FiSch richtet sich an Schüler und deren Eltern, bei denen große Sorge besteht, dass die Schüler den Anschluss an die Lerngruppe verlieren. Schüler, die sich nicht gut konzentrieren können, die leicht abgelenkt sind, können dem Unterricht oft nicht folgen und erleben viel Stress in der Schule.

FiSch möchte die Schüler darin bestärken, die eigenen Ziele zu verfolgen, für sich selbst Verantwortung zu übernehmen und nicht bei anderen Schuld zu suchen, sondern bei anderen Unterstützung zu finden.

Das Angebot: FiSch bedeutet, dass die Mädchen und Jungen gleichzeitig von ihren

Lehrkräften und ihren Eltern Unterstützung erhalten. In einem Vorgespräch werden gemeinsam positive Ziele gefunden, die das

Kind erreichen möchte und müsste.

 

An einem Tag in der Woche ist FiSch-Tag und mindestens ein Elternteil ist in der FiSch-Klasse anwesend. An diesem Tag bekommt der Schüler die ganze Aufmerksamkeit und Unterstützung seiner Eltern. Diese erleben die Bemühungen ihres Kindes, seine Ziele zu erreichen. Die Eltern erfahren auch Unterstützung von anderen Eltern und dem FiSch-Team.

An den anderen Tagen geht das Kind in die Heimatklasse. Dort sind alle Lehrer über die Ziele informiert. Sie geben den Schülern nach jeder Stunde Rück- meldung über den Erfolg.

Dies wird in einem Beobachtungsbogen eingetragen. Am FiSch-Tag können dann die Schüler und auch die Eltern die Fortschritte sehen. Der Erfolg wird durch die Bewertungen sichtbar gemacht.

Die Familienklasse besteht aus maximal 6-8 Schülern und mindestens einem Elternteil.

Der Zeitraum für das FiSch-Projekt beträgt pro Schüler 12 Wochen.

Wer kann an FiSch teilnehmen?

Familie in Schule richtet sich im Moment noch an Schüler der Grundschulen der Samtgemeinde Scharnebeck. Wenn sich Lehrkräfte oder Eltern Unterstützung wünschen, können sie sich an das FiSch-Team wenden.

Diese hospitieren dann und laden die Lehrkräfte, die Eltern und das Kind ein.

 

2.8 Temporäre Lerngruppen für Schüler mit problematischem Sozialverhalten

Im östlichen Landkreis Lüneburg sind überproportional viele Schüler und Jugendliche in Pflegefamilien, Heimen und Kleinstheimen untergebracht. 2008 betrug der Anteil der in der Kurt-Löwenstein-Schule unterrichteten Schüler und Schüler aus Fremdunterbringung ca. 25 %.

Hin und wieder werden auch Schüler und Schüler aus Nachbarkreisen aufgenommen, da die Fahrtzeiten zu anderen Schulen mit dem Schwerpunkt soziale und emotionale Entwicklung in Göddenstedt, sowie der privaten Wendland Schule in Dannenberg mit dem Schwerpunkt Geistige Entwicklung zu lang wären. So werden in der Kurt- Löwenstein-Schule auch Schüler mit einem Förderbedarf in mehreren Bereichen wie: LE + ES oder GE + ES beschult.

Die Bewertung des primären Förderbedarfs ist schwierig festzulegen. Entsprechend wird versucht, diese Schüler möglichst lange in allgemeinbildende Schulen (Grundschulen oder weiterführende Schulen) zu unterrichten.

In den letzten Jahren häuften sich die Anfragen seitens der Regelschulen, Hilfsangebote für diese Schüler und Schüler durch Einschaltung des mobilen Dienstes (LÜBUS) zu erhalten oder auch mit der Bitte, diese zu überprüfen, um sie dann in eine andere Schulform zu überweisen.

Als weiteres Förderangebot für Schüler mit einem Förderbedarf in der sozialen und emotionalen Entwicklung ist die Kurt-Löwenstein-Schule in das FiSch Konzept der Samtgemeinde Scharnebeck mit eingebunden (s.Kap 2.7)

 

2.8.1 Grundprinzipien einer temporären Beschulung

Der Anteil der Schüler, die emotionale und soziale Auffälligkeiten zeigen, ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen.

Bei einem umfassenden Förderbedarf reichen die im Moment nicht vorhandenen Unterstützungssysteme wie LÜBUS oft nicht aus. Manchmal wird eine stationäre Unterbringung und damit die Trennung der Familie als letzte Möglichkeit ergriffen werden müssen.

In dem Förder- und Beratungszentrum Kurt-Löwenstein wird ein Angebot geschaffen, welches dieser sehr kostenintensiven Maßnahme vorgeschaltet werden kann.

Dieses Angebot wendet sich an alle Schüler der Grundschulen und weiter- führenden Schulen des Einzugsbereichs.

Es ist für maximal ein Jahr ausgelegt.

Eine intensive Zusammenarbeit mit der zuständigen Schule und dem

Elternhaus (Heim, Pflegefamilie) ist verpflichtend.

Die Angebote sollen die Schüler und Schüler motivieren. Die Angebote können

in erlebnispädagogischen Bereichen oder im handwerklichen Bereich

angesiedelt sein. Erlebnispädagogisch: Natur erleben, Kanu fahren, klettern, wandern, Boxen Handwerklich: Einbindung in vorhandene Schülerfirmen (Grüne Löwen,

Bleckeder Holzwürmer), Arbeiten mit Holz, Metall u.a. Werkstoffen, Arbeiten im

textilen Bereich oder in der Hauswirtschaft (z.B. Kochen)

Praktika für ältere Schüler und Schüler, die von Lehrkräften der Schule betreut

werden.

 

2.8.2. Rahmenbedingungen

o Innerhalb des Förder- und Beratungszentrums Kurt-Löwenstein werden Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt.

o Die personelle Ausstattung muss durch die Landeschulbehörde gewährleistet werden.

o Die zuständigen Schulen verpflichten sich, mit dem Förder- und Beratungszentrum Kurt-Löwenstein zu kooperieren.

o Die Erziehungsberechtigten verpflichten sich - ähnlich wie beim FiSch-Projekt -, mit dem Förder- und Beratungszentrum Kurt-Löwenstein zu kooperieren.

o Der Landkreis als Schulträger sorgt für die Bereitstellung von Mitteln, wie Fahrtkosten und Materialien.

 

3. Schlusswort

Das Kollegium der Kurt-Löwenstein-Schule in Bleckede hat dieses Konzept im Rahmen mehrerer schulinterner Fortbildungen und zahlreicher Dienstbesprechungen erstellt. Eingeflossen ist eine Analyse zum jetzigen Stand der Inklusion.

Leitfragen waren:

o Welches sind aktuell die personellen und fachlichen Ressourcen innerhalb des Kollegiums?

o Welche Teilziele auf dem Weg dorthin haben wir bereits erreicht?

o Welchen Herausforderungen müssen wir uns als Förderschullehrer auf dem

Weg zur Inklusion stellen?

Uns ist durchaus bewusst, dass durch die Einrichtung des ReschI sich die Arbeit der Förderschullehrkräfte grundsätzlich verändert.

Wir hoffen mit diesem Konzept auch zu den Überlegungen einer inhaltlichen Gestaltung für ein ReschI im regionalen Bereich des östlichen Landkreises Lüneburg beizutragen.

v.i.S.d.P. Gerhard Bothmann Förderschulrektor

Kurt-Löwenstein-Schule Lüneburger Str. 27 21354 Bleckede/Elbe 05852 978900 www.kurt-loewenstein-schule@t-online.de

 

 

 
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